LSK kontert Drochterser Härte aus - 4:1-Erfolg bei D/A II!

Dritter Sieg in Folge, Sprung auf den vierten Tabellenplatz, schön herausgespielte Tore – eigentlich könnte man im Lager des LSK zufrieden mit dem gestrigen Sonntag sein. Wenn da nicht die sehr unschönen Begleitumstände der Partie in Kehdingen gewesen wären. Bereits nach 20 Minuten musste Flügelflitzer Marian Kunze nach einem Foul mit gebrochenem Sprunggelenk (!) das Feld verlassen; er fällt auf unbestimmte Zeit aus. Nur wenig später bekam Paul Knacke einen Tritt auf die Achillessehne und konnte ebenfalls nicht weiterspielen (35.). Die genaue Diagnose erfolgt in den nächsten Tagen. Corvin Behrens wurde kurz vor Schluss noch ein ordentlicher “Pferdekuss” verpasst, der Kapitän schlich danach nur noch über den Rasen, hat aber hoffentlich gutes Heilfleisch. Dazu passte, dass Alessandro Dente “abgeschossen” und benommen ausgewechselt werden musste.
 
LSK-Coach Dennis Tornieporth geriet aufgrund dieser und anderer Vorfälle in Harnisch: “Ich bin noch immer sprachlos und schockiert. In meinen Jahren als Fußballer und Trainer habe ich viel erlebt, allerdings war das gestern wieder eine neue Erfahrung für mich. Wir mussten sehr früh Marian und Paul verletzungsbedingt auswechseln, nachdem diese von hinten regelrecht umgetreten wurden. Dazu noch die Attacke an Corvin, als unser Wechselkontingent bereits erschöpft war. Foulspiele und Blessuren gehören beim Fußball dazu, allerdings kommt es immer auf die Art und Weise an. Und es sollte stets sportlich bleiben… Außerdem sind wir weder vor dem Spiel begrüßt, noch nach der Partie beglückwünscht worden. Auch die Kommentare von der gegnerischen Bank nach den Verletzungen unserer Spieler – alles einfach nur ganz schlechter Stil!”
 
Kommen wir zum Sportlichen, auch wenn dieses aufgrund der Verletzungen zunehmend in den Hintergrund geriet: Drochtersen ging früh in Führung, als Fabian von Essen aus abseitsverdächtiger Position LSK-Keeper Haris Zlomusica mit einem Heber überwinden konnte (10.).
Doch unsere Jungs schlugen postwendend zurück: Corvin wurde in der gegnerischen Box gefoult und verwandelte den fälligen Strafstoß im Nachschuss selbst – 1:1 (13.).
 
Im Anschluss daran gelang unserer Mannschaft bis zur Pause nach vorn nicht mehr so viel, aber von D/A kam ebenfalls relativ wenig, was der guten LSK-Defensive geschuldet war. Auch in der zweiten Hälfte ließ unser Team nur noch eine klare Chance der Asseln zu; hier klärte Haris reaktionsschnell per Fußabwehr.
 
Nach dem Wechsel ein anderes Bild: unsere Jungs wurden mit zunehmender Dauer immer spielbestimmender. Setzte Bo Weishaupt einen Kopfball nach Behrens-Ecke noch am Tor vorbei und wurde eine Flanke von Deniz Öker gerade noch abgeblockt, so war es dem eingewechselten Jonas Seidel vorbehalten, die verdiente Führung zu erzielen: “Jonny” wurde von Corvin mit feinem Steckpass in der Drochterser Box bedient und vollstreckte per überlegtem Flachschuss – 2:1 (75.).
 
Fünf Minuten später sorgte Jonas bei einem Solo über links erneut für Gefahr, D/A konnte aber in letzter Sekunde klären. Kevin Kämpfer verfehlte auf Vorlage von Tomek Pauer knapp den Kasten, bevor erneut Corvin zuschlug, als er eine schöne Jonas-Flanke, am zweiten Pfosten lauernd, per Kopf in die Maschen beförderte – 3:1 (89.).
 
Die Messe war trotz sechsminütiger Nachspielzeit gelesen, der LSK setzte sogar noch ein Glanzlicht: Einen Freistoß aus zentraler Position hämmerte Nico Hübner ins rechte obere Toreck – 4:1 (90+6.)!
 
Fazit von Trainer Tornieporth: “Eine mittelmäßige Leistung reichte, um die Punkte verdientermaßen mit nach Lüneburg zu nehmen. Zudem konnten wir hinten heraus Kräfte sparen, denn am nächsten Wochenende haben wir mit Harsefeld einen deutlich stärkeren Gegner vor der Brust.
Ein Sonderlob möchte ich an unsere Einwechselspieler richten. Alle haben sich super eingefügt und waren sofort auf Betriebstemperatur, was heute immens wichtig war. Ganz stark, so etwas nenne ich ein Team!”
 
Im Anschluss an die Partie intonierten einige LSK-Fans zusammen mit Drochterser Zuschauern (Melodie von “Es gibt nur ein` Rudi Völler”) übrigens noch das Lied “Asseln im Keller, wir haben Asseln im Keller”…
 
Der LSK spielte mit: Haris Zlomusica – Marian Kunze (20. Nico Hübner), Stefan Wolk, Shabane Sanni, David Böhm – Tomek Pauer, Alessandro Dente (73. Kevin Kämpfer) – Paul Knacke (35. Deniz Öker), Corvin Behrens, Bo Weishaupt (90+1. Eli Correia Cá) – Mert Akkus (73. Jonas Seidel)
 
Am kommenden Samstag, 23. März, um 15 Uhr geht es für unsere Jungs mit einem Heimspiel (Sülzwiesen) gegen den TuS Harsefeld weiter!
 
Text: Thomas von Randow