Einmarsch der Mannschaften durch das Spalier der fahnenschwenkenden Nachwuchsfans.
Foto: Thomas Wiebe

Im Hinspiel hatte es noch zu einem 1:1 gereicht, doch im Rückspiel ging der personell dezimierte Regionalligist Lüneburger SK mit 0:4 (0:3) beim Tabellenzweiten VfB Oldenburg unter.

LSK-Teamchef Rainer Zobel und Trainer Qendrim Xhafolli mussten im Marschwegstadion auf die gesperrten Tomek Pauer und Abdul Gafar sowie auf die verletzten Eliezer Correia Cà, Alessandro Otte, Michel Oelkers und Jonas Seidel verzichten. So hatte der LSK neben Ersatzkeeper Haris Zlomusica nur noch drei Feldspieler auf der Bank: Constantin Jordanov sowie die beiden Kreisklassen-Spieler Sergej Litvinov und Sven Lendzewski aus der U23.

Zum Spiel: Der VfB überrannte den LSK von Anfang an. In der 6. Minute das erste Oldenburger Tor, zum Glück Abseits. Zwei Minuten später tauchte VfB-Angreifer Ayodele Adetula allein vor Roman Birjukov auf, doch der LSK-Keeper parierte.

Alle Gegentore kamen über außen

So sah es oft aus: Der VfB kommt in Überzahl über die Flügel und hebelt den LSK aus. LSK-Verteidiger Marian Kunze (l.) hebt schon ratlos die Arme, sieht das nächste Unheil kommen.
Foto: Thomas Wiebe

Machtlos war Birjukov dagegen in der 11. Minute, als der VfB über den rechten Flügel durchbrach, zur Mitte passte und Torjäger Maik Lukowicz unhaltbar einschoss. Ein Muster, das sich noch wiederholen sollte.

20. Minute: Wieder VfB-Angriff von rechts, wieder Pass in die Mitte, wo Max Wegner zum 2:0 einschob. Zwei Minuten später die nächste Oldenburger Großchance nach einem Flügelangriff, diesmal über die linke Seite.

Umstellungen nach dem 0:2

Zobel und Xhafolli korrigierten ihre personellen und taktischen Entscheidungen: Sie brachten schon in der 22. Minute Defensivspieler Constantin Jordanov für Stürmer Maximilian Zoch, der diesmal auf dem rechten Flügel nominiert war. Es gab einen Systemwechsel: von 4-2-3-1 auf 3-5-2. Erjanik Ghubasaryan aus dem Mittelfeld zurück rechts in die Dreierkette, Rechtsverteidiger Marian Kunze und Linksverteidiger Arthur Filimonov weiter vor, Nico Hübner von der linken Außenbahn in die Spitze neben Malte Meyer. Viel besser wurde es dadurch nicht.

Im Gegenteil: In der 24. Minute der dritte VfB-Streich über die rechte Seite. Wiederum Lukowicz verwandelte die Eingabe am langen Pfosten zum 3:0, sein achtes Saisontor, womit er LSK-Torjäger Meyer (9 Treffer) auf die Pelle rückt.

Es sah nach einem Debakel für den LSK aus, zumal Oldenburg in der 31. Minute einen Foulelfmeter zugesprochen bekam. Doch Wegner zielte auf die Mitte, dort stand Birjukov und hielt. Auch die gute Nachschussmöglichkeit verballerten die VfB-Angreifer.

Bester LSK-Spieler: Torwart Roman Birjukov bot – wie zuletzt gegen Oberneuland – eine tadellose Partie, hielt sogar einen Elfmeter.
Foto: HEIMSPIEL.media / Stefan Großmann

Erste LSK-Gelegenheit in der 31. Minute. Doch Malte Meyer schoss einen 18-Meter-Freistoß flach in die Mauer. in der 38. Minute noch ein harmloser Distanzschuss von Nico Hübner, das war’s in der ersten Halbzeit auch schon mit dem Lüneburger Angriff.

Meyer vergab die beste Chance

Der LSK kam mutiger aus der Pause. So hatte Meyer in der 50. Minute eine gute Chance auf dem Fuß, als er aus kurzer Distanz von halblinks abzog, VfB-Torwart Pelle Boevink aber zur Ecke klären konnte.

Danach waren wieder die Gastgeber am Drücker. Der VfB vergab zwischen der 55. und 58. Minute drei dicke Möglichkeiten, sodass der Zuschauer-Zwischenruf „Mensch, hau das Ding endlich mal rein!“ durchaus Berechtigung hatte.

In der 75. Minute hauten sie das Ding rein. Wieder ein Flügelangriff, diesmal von links, in der Mitte verwandelte Rafael Brand zum 4:0. Das war’s. Beim LSK kamen noch die U23-Spieler Sergej Litvinov und Sven Lendzewski zu ihrem Regionalliga-Debüt. Mehr war an diesem Tag mit dem dezimierten Team nicht drin. Für Litvinov und Lendzewski war dieser trübe Sonntag dennoch ein besonderer. Sie machten nach dem Schlusspfiff Arm in Arm ein Selfie – zur Erinnerung an ihren Riesensprung von der 1. Kreisklasse in die Regionalliga.

Regionalliga-Debüt: Der 18-jährige Sven Lendzewski (Nr. 19) kommt für Nico Hübner.
Foto: Thomas Wiebe

Tröstlich immerhin: Dieses 0:4 wird der Tabellenachte LSK nicht mit in die Abstiegsrunde nehmen, da der VfB in der Aufstiegsrunde startet.

So spielte der LSK: Birjukov – Kunze, Pägelow, Wolk, Filimonov – Ghubasaryan, Hefele – Zoch (23. Jordanov), Yagmur (83. Litvinov), Hübner (85. Lendzewski) – Meyer

P.S.: Vielen Dank für Fotos und Infos aus Oldenburg an unseren Spielobmann Thomas Wiebe!

Fehlen bald auch noch die Ungeimpften?

Wie geht es weiter? Der LSK tritt am kommenden Sonntag bei Hannover 96 II an. Da wird es ernst: Es um Punkte für die Abstiegsrunde, denn 96 ist noch lange nicht sicher in der Aufstiegsrunde. In Hannover werden zumindest die gesperrten Pauer und Gafar ins Team zurückkehren. Leise Hoffnung besteht bei den verletzten Correia Cà, Otte und Oelkers. Allerdings könnte es zusätzliche Personalprobleme geben, wenn ab kommender Woche auch für Freiluftsport die 2G-Regel gelten sollte, denn der LSK hat fünf ungeimpfte Spieler im Kader. Die würden auch im letzten Saisonspiel daheim gegen den Abstiegskonkurrenten BSV Rehden (Samstag, 11. Dezember, 14 Uhr) fehlen.

Schwierige Zeiten. LSK-Teamchef Rainer Zobel hat bereits die Parole ausgegeben: „Wir müssen da jetzt durch!“

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